Kinderspiele 040Kettenfangen

Wie immer wird durch Abzählen ein Kind bestimmt, das mit dem Fangen beginnt. Es ist das erste Kettenglied. Der Mitspieler, den es zuerst zu fassen bekommt, wird zum zweiten Glied der Kette, indem sich nun beide Kinder an den Händen halten, sodass jedes nur noch eine Hand frei hat, mit der es wiederum ein weiteres Kind fangen kann. Auch das hängt sich an die Kette und so weiter. Fangen können jeweils nur die Kinder an den Enden der Kette – diejenigen, die noch eine Hand frei haben. Weil aber aller Glieder der Kette halbwegs koordiniert laufen müssen, um nicht auseinander gerissen zu werden oder zu stürzen, versuchen die freien Kinder, in verschiedene Richtungen davon zu laufen. Deshalb muss die Fläche einigermaßen begrenzt sein. Irgendwann sind alle Kinder an der langen Kette gefangen und das Spiel kann von vorn beginnen.

Schattenfangen

Schattenfangen sollte auf einer abgegrenzten Fläche gespielt werden und der Tag muss sonnig genug sein, so dass die Schatten der Kinder gut zu sehen sind. Durch Abzählen wird bestimmt, welches Kind der Fänger ist. Es muss einen Mitspieler fangen, indem es in oder über dessen Schatten springt. Das gefangene Kind löst den Fänger ab, sodass es sofort weitergehen kann.

Fischer, wie tief ist das Wasser?

Für dieses Spiel wird auf einer halbwegs ebenen Fläche ein Spielfeld abgesteckt oder anders gekennzeichnet. Auch ein durch einen Zaun, eine Hecke oder eine Mauer begrenztes Spielfeld eignet sich gut. Durch Auszählen wird das Kind bestimmt, das die Rolle des Fischers übernimmt. Die übrigen Kinder sind die Fische. Der Fischer stellt sich auf die eine Seite des Spielfeldes, die Fische auf die gegenüber liegende. Die rufen nun im Chor „Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?“ Der Fischer antwortet zum Beispiel „Vier Faden tief!“. Die nächste Frage lautet: „Wie kommen wir hinüber?“ Darauf darf der Fischer eine Gangart nennen, in der die Kinder das Feld überqueren müssen, zum Beispiel: „Hüpfend“ oder „Auf allen Vieren“ oder „Rückwärts“ oder „Einbeinig“. Die Kinder laufen nun auf die genannte Art los, während ihnen der Fischer in der gleichen Gangart entgegen kommt und dabei versucht, so viele Kinder wie möglich zu berühren und so „Fang zu machen“. Die gefangenen Kinder werden zu Fischern, stellen sich mit auf dessen Seite und versuchen in der nächste Runde weitere Fische zu erwischen. Das Spiel endet, wenn alle Fische gefangen sind. Entweder wird dann neu abgezählt oder das zuletzt gefangene Kind wird in der nächsten Runde zum Fischer.

Der schwarze Mann

„Der schwarze Mann“ ähnelt im Grundaufbau „Fischer, wie tief ist das Wasser?“ Auf einer halbwegs ebenen Fläche wird ein Spielfeld abgesteckt oder anders gekennzeichnet. Auch ein durch einen Zaun, eine Hecke oder eine Mauer begrenztes Spielfeld eignet sich gut. Durch Auszählen wird das Kind bestimmt – es ist der Schwarze Mann wobei der Begriff für den Tod steht, der unter den Lebenden auf Fang geht. Mancherorts wird statt des Aufsagens eines Abzählreims einfach bis neun gezählt – da die 9 als Teufelszahl gilt.

Der Schwarze Mann stellt sich auf die eine Seite des Spielfelds, die übrigen Kinder auf die andere. Der schwarze Mann wiederum ruft: „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“ Die Kinder antworten: „Niemand! Niemand!“ Worauf er ruft: „Was tut ihr wenn er kommt?“ Die Kinder rufen „Wir laufen davon!“ und versuchen so schnell wie möglich, die andere Seite zu erreichen. Der Schwarze Mann läuft gleichzeitig los – kreuz und quer durch die Menge – und versucht dabei innerhalb der abgesteckten Fläche so viele Kinder wie möglich zu fangen. Alle gefangenen Kinder wechseln auf seine Seite und müssen nun ebenfalls versuchen, in den folgenden Runden Kinder zu fangen, so lange bis alle gefangen wurden.

Anticken

Anticken ist ein Fangspiel mit „Handicap“. Nachdem durch Abzählen ein Kind bestimmt wurde, das beginnt, versucht dieses, ein anderes Kind an einer beliebigen Körperstelle zu berühren beziehungsweise „anzuticken“. Das angetickte Kind muss nun eine Hand auf die betreffende Stelle legen – egal ob das sein Arm, sein Hinterkopf, seine Wade oder ein anderes Körperteil ist. In dieser Haltung muss es nun seinerseits versuchen, ein Kind zu erwischen und anzuticken – am besten so, dass anschließend dem angetickten Kind das Fangen ebenfalls möglichst schwer fällt.

Blinde Kuh

Blinde Kuh kann draußen auf einem freien abgegrenzten Platz, z. B. einem Sportfeld oder in einem Zimmer gespielt werden. Durch Abzählen wird bestimmt, welches Kind die Rolle der blinden Kuh übernimmt. Es bekommt die Augen verbunden, wird gegebenenfalls noch zwei, drei Mal im Kreis gedreht und muss nun „blind“ mit ausgestreckten Armen ein anderes Kind fangen. Während dessen wird es von den übrigen Kindern gerufen und geneckt. Das gefangene Kind wird als nächstes zur blinden Kuh.

Kinderspiele 058Verstecken mit Anschlag

Eine recht sportliche Variante ist „Verstecken mit Anschlagen“. Dabei ist die Stelle, an der gezählt wurde, damit sich die übrigen Kinder verstecken können, zugleich der sogenannte Anschlag beziehungsweise das Freimal. Wird ein verstecktes Kind entdeckt, laufen beide – das suchende und das gefundene Kind, so schnell sie können zu diesem Platz. Gelangt zuerst das gefundene Kind dorthin, kann es sich „frei schlagen“, indem es mit der Hand auf die vereinbarte Stelle schlägt und laut seinen Namen ruft. Erreicht zuerst das suchende Kind den Platz, schlägt es ebenfalls auf die Stelle und ruft den Namen des gefundenen Kindes, das damit „angeschlagen“ ist. Gleichzeitig versuchen auch die anderen Kinder, die sich versteckt haben, möglichst unbemerkt oder sehr schnell die Stelle zu erreichen und sich frei zu schlagen.

An sich ist das erste angeschlagene Kind in der nächsten Runde mit dem Suchen an der Reihe. Aber das letzte versteckte Kind hat noch die Möglichkeit, alle angeschlagenen Kinder zu befreien. Kommt es vor dem suchenden Kind beim Anschlag beziehungsweise Freimal an, ruft es laut: „Alle frei!“ Dann muss in der nächste Runde das gleiche Kind wie in der eben beendeten noch einmal suchen.

Räuber und Gendarm

Das Spiel kann am besten auf einem Gelände gespielt werden, das ein bisschen unübersichtlich ist – ein Naturgarten mit Zäunen, Bäumen, Buschwerk, Schuppen und Häuschen oder zum Beispiel ein abgegrenztes Waldstück. Auf dem Areal wird ein Ort festgelegt, der das Gefängnis ist. Das kann zum Beispiel eine umrissene Stelle zwischen Sträuchern sein oder eine mit Kreide, Steinen oder Stöckchen gekennzeichnete Fläche. Durch Losen oder Abzählen werden die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt: Räuber und Gendarmen. Letztere binden sich als Kennzeichnung zum Beispiel ein Tuch in einheitlicher Farbe um den Arm (man könnte „moderner“ auch gleichfarbige „Caps“ verwenden). Dann sammeln sie sich beim Gefängnis. Derweil zerstreuen sich die Räuber und verstecken sich. Nach einer festgelegten Zeit schwärmen die Gendarmen aus, um die Räuber zu suchen, einzufangen und zum Gefängnis zu bringen, das von mindestens einem Gendarmen bewacht wird. Denn die noch freien Räuber versuchen, sich anzuschleichen und die Gefangenen zu befreien! Gelingt es ihnen, einem Inhaftierten dreimal auf die ausgestreckte Hand zu schlagen, gilt dieser als befreit. Er kann versuchen zu entkommen und sich abermals verstecken, sofern er nicht sofort wieder von einem Gendarmen eingefangen und zurück ins Gefängnis gebracht wird. Sind schließlich alle Räuber gefasst und eingesperrt, folgt traditionell die Hinrichtung. Dabei werden die Räuber entweder erschossen: Sie fallen auf ein vernehmliches „Peng“ der Gendarmen auf der Stelle um. Oder sie werden gehenkt: Dafür wird ihnen die Mütze oder ein auf den Kopf gelegter Stein heruntergeschlagen. Im Anschluss werden die Rollen getauscht oder die Gruppen neu gelost.

Bäumchen, wechsle dich

Bei diesem Spiel stellen sich alle Kinder neben einen Bau, nur eines bleibt etwa in der Mitte der auf die Bäume verteilten Mitspieler stehen und ruft: „Bäumchen, wechsle dich!“ Nun müssen die Kinder neben den Bäumen ihre Plätze tauschen, während das Kind in der Mitte versucht, an einen freien Baum zu gelangen. Das Kind das seinen Baum nicht verlässt oder keinen freien Baum mehr erreicht, stellt sich in die Mitte und ruft als nächstes zum Bäumchenwechsel. An Stelle der Bäume kann sich jedes Kind auch einen Kreis auf den Boden malen und sich hineinstellen.

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