Kinderspiel 2 044Mit Murmeln wird schon seit mehr als 2000 Jahren gespielt. Es gibt zahllose Spielarten, die Übung und Geschicklichkeit erfordern. In einigen werden sogar internationale Meisterschaften ausgetragen.

Die gängigen kleinen Glasmurmeln mit einem Durchmesser von etwa einem Zentimeter kosten im Spielwarengeschäft meist zehn Cent, die größten, die man dort bekommt einen Euro. Viele Spielvarianten kann man auch mit anderen (kostenlosen) Gegenständen spielen: Steine, Knöpfe, Kastanien, Bohnen u. s. w.

Als Spielfläche eignet sich häufig eine Sandkiste oder eine Fläche mit Sand oder Erdreich, auf der man einen „Parcours“ errichten kann. Manchmal wird auch eine Hauswand oder ähnliches benötigt.

Fast immer geht es darum ein bestimmtes Ziel zu treffen. Bei manchen Varianten streicht der Sieger die Murmeln seiner Mitspieler ein. Verschieden große oder unterschiedlich gefärbte Murmeln haben bei einigen Spielarten verschiedene Werte. Es gibt verschiedene Techniken um die Murmeln zu werfen.

Eine gängige ist es, sie auf dem angewinkelten Zeigefinger abzulegen und dann mit dem Daumen weg zu schnippen (man spricht auch vom Daumenschuss). Beim Gelenkwurf wird die Murmel locker und aus dem Handgelenk zum Ziel geworfen. Man kann eine auf dem Boden liegende Murmel auch mit Zeige- oder Mittelfinger leicht oder fest (je nach Entfernung) schnippen. Beim sogenannten „Tuppen“ drückt man etwas schräg von hinten oben mit einem der kräftigeren Finger auf die am Boden liegende Murmel, bis sie nach vorne wegrutscht und mit einem Effet losrollt.

Murmelboule

Diese (einfache) Variante ist ähnlich den klassischen Boule-Spielen. Als „Ziel“ wird eine größere Murmel hingelegt. Alle Spieler dürfen nun versuchen mit der gleichen Zahl an Würfen/Murmeln, möglichst dicht an dieses Ziel heran zu werfen. Dabei dürfen auch andere Murmeln „weggeschossen“ werden. Gewonnen hat derjenige, dessen Murmel zum Schluss am dichtesten an der großen Zielmurmel liegt.

Murmelgolf

Es wird ein kleines Loch (etwas größer als die Murmeln) gegraben. Aus etwa drei Metern versuchen die Mitspieler nacheinander, je eine Murmel hinein zu werfen. Sofern niemand trifft bleiben die Murmeln der aktuellen Runde liegen. In der nächsten Runde, dürfen die Spieler versuchen, ihre Murmel näher an das Loch heran zu schnippen oder sie zu einzulochen. Es beginnt der Spieler, dessen Murmel am dichtesten am Loch liegt u. s. w. mit größer werdendem Abstand. Das erste Kind, dessen Murmel im Loch landet, darf versuchen, die Murmeln, die noch auf der Fläche liegen ebenfalls hinein zu schnippen (ein Versuch je Murmel). Es erhält alle Bohnen, die danach im Loch liegen. Danach darf das Kind, dessen Murmel dem Loch am nächsten liegt, weitermachen wie zuvor, bis schließlich alle Murmeln im Loch gelandet sind. Gewonnen hat, wer danach die meisten Murmeln hat.

Fünferloch/Murmelpott

Auf einem Spielfeld werden fünf etwa faustgroße Mulden (angeordnet wie die fünf Augen eines Spielwürfels) in den Boden gegraben. Die Spieler vereinbaren einen Einsatz, den jeder in die Mulden legt (z. B. eine oder zwei Murmeln, der Einsatz kann je Mulde/„Pott“ gleich oder verschieden sein). Nun versucht jeder mit seinen Murmeln in eines der Löcher zu treffen. Wer trifft erhält alle Murmeln, die sich in der betreffenden Mulde, dem „Pott“ befinden. Landet eine Murmel in einem leeren Loch, bleibt sie dort als Einsatz liegen. Trifft ein Spieler ganz daneben, wird die Murmel als Einsatz in das ihr am nächsten gelegene Loch gelegt.

Grubenmurmeln

Jeder Spieler gräbt in festgelegter Entfernung zu einer Wurflinie eine „Grube“, die es mit einer seiner eigenen Murmeln markiert. Die Gruben sollten ca. 15 Zentimeter weit auseinander liegen Von der Wurflinie aus versuchen nun alle Mitspieler eine festgelegte Anzahl Murmeln (z.B. je acht) in die eigene Gruppe zu werfen, zu schnippen oder zu rollen. Alle Murmeln, die in einer fremden Grube landen, gehören dem Besitzer dieser Grube.

Dotzen

Alle Spieler knien (oder stehen) hinter einer Line. Der erste wirft oder schnippt seine Murmel ein Stück weit weg. Die folgenden Spieler versuchen, diese Murmel zu treffen. Trifft ein Spieler eine bereits liegende Murmel gehört ihm diese und er darf die und die Murmel mit der er den Treffer gelandet hat einsammeln. Wird nicht getroffen, bleibt die Murmel liegen.

Gewonnen hat, wer nach einer festgelegten Zeit, oder wenn schließlich keine Murmel mehr auf dem Spielfeld liegt, die meisten Murmeln besitzt.

Wandmurmeln/Rückprall

Die Spieler versuchen aus einer festgelegten Entfernung(z. B. etwa zwei Metern) ihre Murmeln, Steinchen, Kastanien oder Knöpfe so nah wie möglich an eine Wand zu werfen, zu rollen oder zu schnippen. In einer Variante darf dabei die Wand auf gar keinen Fall getroffen berührt werden, oder aber die Wand muss sogar für einen „Rückprall“ getroffen werden (dann zählen nur die Murmeln, die zunächst die Wand berührt haben, ehe sie davor zum Liegen kommen). Sieger ist, wessen Murmel nach einem „korrekten“ Wurf (also mit oder ohne Rückprall) am dichtesten an der Wand liegt. Er erhält die Murmeln der anderen Spieler.

Anschlagen

Eine Variante des Wandmurmelspiels und von den Regeln her dem Dotzen ähnlich ist das Anschlagen. Es wird häufig mit Knöpfen gespielt. Hierbei wird gegen die Wand geworfen, von der die Murmel oder der Knopf abprallen. Bleibt die Murmel oder der Knopf näher als eine Handbreit neben der/dem eines anderen Spielers liegen, darf der Werfer die eigene Murmel / den eigenen Knopf und die/den des Mitspielers einsammeln. Alle Murmeln/Knöpfe, die mehr als eine Handbreit von allen anderen entfernt landen, bleiben zunächst liegen. Wenn jeder Spieler dreimal geworfen hat, werden alle Murmeln/Knöpfe, die noch „frei“ sind wieder eingesammelt und es beginnt eine neue Runde. Hat das erste Kind zu Beginn einer neuen Runde keine Murmeln/Knöpfe mehr ist das Spiel vorbei. Gewonnen hat, wer dann die meisten Murmeln/Knöpfe hat.

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